Fahrradreise in Südfrankreich – Reisebericht
„Per Rad durch das Languedoc-Roussillon“
vom 27. September bis 3. Oktober 2009
1.Tag: Sonntag – Anreise nach Südfrankreich
Abfahrt um 5.00 Uhr in Germersheim, weitere Teilnehmer steigen in Karlsruhe zu.
Wir fahren durch das Rheintal hinauf Richtung Basel, dann über den Rhein nach Mulhouse in Frankreich. Rechts sehen wir auf unserem Weg die Vogesen mit dem Mt. Ballon und links liegt der Schweizer Jura. Wir fahren außerdem vorbei an Belfort, Montbéllard, Besançon und Dole.
Große Pause dann an der Raststätte „Aire du Jura“, sehr schöner, großzügiger Rastplatz mit Spazier- und Wandermöglichkeiten, einem Aussichtsturm und einer Ausstellung der Holzverarbeitung im Französischen Jura.
Weiter geht es vorbei an Bourg-en-Bresse, südlich vorbei an Lyon hinunter ins Rhône-Tal. Auf der Route du Soleil fahren wir das Rhônetal abwärts, rechts von uns das Massif-Central, das Richtung Süden in die Vulkanlandschaft der Auvergne und dann in die Cevennen übergeht. Vorbei an Vienne, Valence, Montélimar und Orange. In Remoulins verlassen wir die Autobahn, fahren durch Uzès zu unserem wunderschönen kleinen, abseits gelegenen Weiler Foussargues, den wir pünktlich um 18.45 Uhr erreichen (erste Meisterleistung für unseren Busfahrer, der den Bus auf dem schmalen Zufahrtsweg mit engster Kurve vor unser Landhaus steuern muss).
Herzlicher Empfang und Begrüßung durch die Chefin des Hauses und Zimmereinteilung. Alle sind begeistert von dem tollen Ambiente und der gepflegten Anlage.
Danach gibt es einen Sektempfang (Sekt mit Thymian-Geschmack) und anschließend ein leckeres Essen mit gutem Wein in sehr geselliger Runde auf der wunderschönen Terrasse.
Es wird noch über Land und Leute und das geplante Programm für die kommenden Tage berichtet. Ein langer, informativer und interessanter Reisetag geht sehr harmonisch zu Ende.
2.Tag: Montag – Rad-Tour zum „Pont du Gard“, Wanderung und Stadtbesuch von Uzès.
Um 8.30 Uhr großzügiges Frühstück mit allem, was für Radsportler gut ist, sehr charmant serviert durch die Chefin des Hauses.
Dann das Wort zum „Sonntag“ samt Tagesablauf.
Räder ausladen, und dann kommt das Kommando „Einschlaufen“.
Mit großer Erwartung und viel Elan starten wir zur ersten Etappe:
Serviers Aubussarques, Aurilac, Arpargues, Blauzac, Sanilhac-Sagries, Collias, Vers-Pont du Gard zur Pont du Gard. 48 km und gut 450 Höhenmeter radeln wir durch die typische Landschaft des Languedoc-Roussillon. Der Bus kommt zum Parkplatz Pont du Gard. Wir sind schon etwas früher da als geplant. Hier werden unsere Räder verladen. Nun ist eine 2-stündige Rundwanderung am über
2000 Jahre alten Aquädukt Pont du Gard angesagt.
Das Weltkulturerbe ist Teil einer von den Römern erbauten Wasserleitung zur Versorgung der Stadt Nîmes. Ein Gesamthöhenunterschied von nur knapp 17 Metern bei einer Länge von 50 km durch die sehr topographische Landschaft sagt viel über die Qualität ihrer Erbauer aus.
275 m lang, 50 m hoch mit 49 Bögen gehört der Pont du Gard zu den am meist besuchten Bauwerken der Welt. Nach dem Blick hinunter in die Gardonschlucht folgt der Aufstieg durch Buchswald zu beiden Uferseiten. Nach der Besichtigung des Bauwerks, der Wasserleitung und dem Tunnel machen wir noch einen Abstecher zu zwei tollen Aussichtspunkten mit Panoramablick, dann wandern wir vorbei an den romantischen, nur wenig besuchten Bögen (37 teils verfallen, teils sehr gut erhaltene Bögen) der „Pont-Rou“ zum neuen Bustreffpunkt.
Auf der Fahrt nach Uzès erfahren wir einiges über dieses schöne, interessante Städtchen.
Wir machen heute noch einen kleinen Stadtspaziergang mit einem Besuch der Kathedrale Theodorit und trinken einen wohlverdienten „Café au lait“ auf dem Markt des Herbes (Kräutermarkt, der Mittelpunkt von Uzès).
Danach Heimfahrt mit einer, im positiven Sinne geschafften, zufriedenen Reisegruppe.
Wer noch Lust hat genießt Pool und Liege, dann gibt es um 19.30 Uhr ein gemeinsames Abendessen.
In der folgenden, sehr lustigen Vorstellungsrunde stellen sich alle Teilnehmer persönlich vor. Bei bester Stimmung und gutem Wein gibt es bei den tollen Geschichten viel zu Lachen. Ein richtig interessanter, schöner Abend.
3.Tag: Dienstag – Tour zu den schönen Dörfern in der Uzège.
Heute hat unser Busfahrer seinen wohlverdienten Ruhetag. Ausgedehntes Frühstück, „Das Wort zum Tagesprogramm“. Um 9.40 Uhr heißt es „Einschlaufen“ und Abfahrt zur Tour durch die schönen Dörfer in der Uzège.
Zuerst Labaume, St. Médiers, St. Quentin la Poterie, Vallabrix, nach Masmolène, La Capelle et Masmolène, Flaux, St. Hippolyte de Montaigu, weiter auf der wenig befahrenen, 5 km langen Platanenallee in das schattige Tal der Alzon. Hier vom Quellesee der Eure aus wurde das Wasser nach Nîmes geleitet.
Nun muss die Gruppe einen besonderen Einsatz bringen. Eine Bergetappe führt steil hinauf über den Wanderweg GR 6 nach Uzès und wird mit großer Anstrengung und mit Bravour gemeistert (die Höhenmeter könnte man auch auf der stark befahrenen Straße zurücklegen, aber die Geländeeinlage hat ihren besonderen Kick und ist für alle eine neue Erfahrung).
Anschließend durch die engen Sträßchen von Uzès zu dem uns schon bekannten Markt des Herbes zum Nachmittagskaffee.
Noch mal „Einschlaufen“ und heim geht es über Montaren-et-St-Médiers nach Foussargues. „Ausschlaufen“ nach 48 km und 510 Höhenmetern.
Pool, Liege und relaxen. Pünktlich um 19.00 Uhr finden sich alle zum Empfang mit Champagner im Garten ein und lernen nun auch den Chef des Hauses kennen. Wie jeden Abend, immer nach Sonnenuntergang, gemeinsames Abendmenü mit guter Stimmung auf der stilvollen Terrasse.
4.Tag: Mittwoch – Markt in Uzès und Radtour nach Avignon.
Frühstück, das Wort zum Tagesablauf und Fahrt mit dem Bus nach Uzès, 2 Stunden Marktbesuch des beliebten Mittwochmarkts, auf dem die Produkte der Gegend angeboten werden.
Weiter mit dem Bus nach Pouzilhac.
Hier starten wir zur Tour nach Avignon. Wir fahren durch den Forêt de Malmont und Forêt de Tavel, dann durch Frankreichs bekanntestes Rosé Weinanbaugebiet Tavel, durch Tringuevedel, Pujaut, Four, alles leicht bergab ins Tal der Rhône.
Wir radeln durch Villeneuve les Avignon und sehen rechts über uns die mittelalterliche Festung Fort Saint André.
Der Verkehr nimmt nun zu und wir fahren in disziplinierter Einerreihe über die Rhônebrücke nach Avignon. Erster Fotostopp auf der Pont-Daladier, um das tolle Panorama der Papststadt festzuhalten.
Räder verladen und „Einschlaufen“ zum Stadtspaziergang und Besuch des Papstpalastes.
Dann gibt es für jeden einen Stadtplan und gemeinsam geht es vorbei an der Stadtmauer, die 4,3 km lang ist, 92 Türme und 22 Torbögen hat (4 sind noch vorhanden).
Wir steigen hinauf zum höchsten Punkt, den Rocher des Doms.
Von hier haben wir eine traumhafte Aussicht über das Rhône-Tal, auf die weltbekannte Saint Bénézet Brücke, die Insel und rüber nach Villeneuve les Avignon. Im Hintergrund sehen wir den Mont Ventoux. Mit seinen 1910 m ist er der höchste Berg der Provence und ein Mythos für Radsportler. Nicht umsonst gehört er bei der Tour de France sehr häufig zum Programm.
Wir werfen einen Blick über Avignon, den Place du Palais und den monumentalen Papstpalast, ehemals Zentrum der geistigen und kirchlichen Macht, da hier 9 Päpste residierten. Zum Besuch des Papst-Palastes bekommt jeder ein Audio-Guide in deutscher Sprache. Anschließend machen wir einen Spaziergang durch den alten Stadtkern und treten die Heimreise an. Alle sind zufrieden und geschafft!
Heute gibt es ein so genanntes Picknick, ein reichhaltiges kaltes Buffet und wieder lassen wir einen ereignisreichen Tag bei Weinen der Region und in guter Stimmung ausklingen.
5.Tag: Donnerstag – „Tour de Cèze“
Wie immer sehr reichhaltiges Frühstück, das Wort zum Tag und Fahrt mit dem Bus nach Lussan. Einschlaufen und Beginn einer leichten Hügeltour durch schattigen Wald, vorbei an idyllischen kleinen Gehöften („Mas“ nennt man sie in der Region). An einer Kreuzung berichtet unser Reiseleiter von der wenig bekannten Schlucht
„Les Concluses“, die man in gut 3 km abwärts in einer Sackgasse erreichen kann. Die große Mehrheit möchte die enge Schlucht von oben aus kennen lernen. Die anderen machen eine Pause in dem weitläufigen Waldgebiet. Der Abstecher soll 40 Minuten dauern und nach 38 Minuten sind wir auch prompt zurück.
Nun kommt eine lange, leichte Abfahrt nach Verfeuil, weiter geht es im Tal der Aigillion nach Goussargues, ins Tal der Lavendel-Felder durch Clapeyret, wieder bergauf durch Weinbaugebiete. Links von uns liegt der mächtige Kalkstein-Fels La Roque-sur Cèze, weiter geht es nach La Bégude, noch ein letzter Anstieg und dann geht es abwärts in das wild romantische Tal der Cèze und hier steht, wie bestellt ganz einsam und alleine, unser Busfahrer mit seinem Bus. Räder verladen und zu Fuß wandern wir zu den malerischen „Kaskaden der Cèze“, einem wahren Naturwunder. Der Fluss hat hier in Millionen von Jahren tausende Wasserfälle in das weiße Kalkgestein geformt.
Der kleine Ort „La Roque-sur-Cèze“, malerisch in provençalischer Landschaft am steilen Hang gelegen, gehört zu den außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Wir steigen die engen, Rundkiesel gepflasterten Sträßchen empor und stärken uns im „Chez Babeth“, einer urigen Crêperie, mit Fromage, Crêpes, Kaffee und Wein.
Heimwärts mit dem Bus über schmale Straßen und Brücken.
Unser Reiseleiter bietet denen, die von der Gruppe noch möchten, eine 12 km Abfahrt von Vallerargues bis nach Hause an. 15 Radfreunde haben noch Lust. Nun werden die 12 km doch noch locker 16 km und die Talfahrt durch die Garrigue das Seynes Tal hinab ist recht hügelig, sodass immer wieder kräftig in die Pedale getreten werden muss. Die Befürchtung, dass noch weitere Steigungen kommen, bestätigt sich aber nicht, denn kurz hinter Aigaliers ruft ein Mitfahrer ganz erfreut
„Ei da steht ja die Kutsch“ und wir sind daheim.
Nach anspruchsvollen 56 km und kräftigen Höhenmetern sind wir somit die Königsetappe gefahren. Nun können wir (endlich) „Ausschlaufen“.
Wieder gemütlicher Abend mit Sonnenuntergang und allem anderen.
6.Tag: Freitag - Letzter Rad-Tag: Von La Porte des Cevennes ins Tal der Gardon de Mialet.
Mit dem Bus über Alès nach Anduze (das Genf der Cevennen aufgrund seiner Beschützerrolle während des protestantischen Epos).
Einschlaufen zu einer recht gemütlichen Abschluss-Tour durch das malerische Tal der Gardon de Mialet und dann geht es flussaufwärts durch Prafrance, Montsauve, vorbei am Bambus-Park (La Bambouseraie) durch Luziers und Mialet mit einem Fotostopp an der Pont des Camisards bis nach Aubignac. Mit großer Freude und einer ganz anderen Blickperspektive, mit dem Fluss jetzt auf der rechten Seite, radeln wir diesmal den gleichen Weg zurück nach Anduze und lassen es alle locker ausrollen.
Im netten Straßen-Café mit leckerem Allerlei erleben wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor der Kirche noch Szenen einer Hugenotten Beerdigung.
Auf dem Weg nach Hause lauter zufriedene Gesichter.
Wie vor jedem Abendmenü nehmen wir uns alle an die Hand und wünschen guten Appetit. Nochmals verbringen wir einen sehr gemütlichen Abend.
Wir waren eine sehr harmonische Gruppe, es hat alles gepasst, wir haben eine Menge erlebt und viel gelacht. Unsere Gastgeber haben uns mit guter Küche verwöhnt und bei der großzügigen, familiären Atmosphäre haben wir uns alle ganz wie zu Hause gefühlt.
Die ganze Woche hatten wir traumhaftes Wetter. Keine Schramme, keine Panne.
Nur zwei kleine technische Probleme, die aber sofort behoben werden konnten.
Mir hat es viel Spaß gemacht und vielleicht sehen wir uns bei einer anderen Tour
wieder.
7.Tag: Samstag – Heimreise
Nochmals ausgedehntes Frühstück. Herzlicher Abschied, wir fahren noch durch Bagnols-sur-Cèze, in Pont-Saint-Esprit über die Rhône, in Bollène auf die A7, die Route du Soleil, jetzt mit der Sonne im Rücken nach Norden. Es folgt eine angenehme, problemlose und staufreie Heimreise und ein letztes mal „Ausschlafen“.
Reisebericht von Heinz Schwers, Reiseleiter der Gruppe
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Ich bin Waldi Werle, von
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